Programm "Kräfte stärken - Trauma bewältigen"

Unser Angebot für traumatisierte Kinder und Jugendliche

Die Kontrolle wieder gewinnen

"Kräfte stärken - Trauma bewältigen" ist ein achtwöchiges Schulungsprogramm, das Kindern und Jugendlichen hilft, Kontrolle über ihre Stresssymptome zu gewinnen. Traumafolgen zeigen sich unter anderem durch Angst- und Anspannung, Konzentrationsstörungen, Stress und Schlafstörungen. In acht zweistündigen Gruppensitzungen lernen die Teilnehmenden die Symptome zu verstehen, zu erkennen, und kontrollieren. Sie üben Techniken, um Flashbacks oder sich aufdrängende, schlimme Erinnerungen zu stoppen. Übungen zur Stabilisierung und Entspannung werden vermittelt. Das Programm konzentriert sich auf die bekannten Symptome bei posttraumatischer Belastungsstörung.

 

Emotionales Lernen in der Muttersprache

Die Gruppen werden von geschulten Gesundheitsfachkräften oder PädagogInnen angeleitet. Idealerweise finden die Sitzungen in der Muttersprache der Kinder statt. Das Program ist für Kinder und Jugendliche zwischen acht und achtzehn Jahren geeignet. Parallel zu den Sitzungen mit den Teilnehmenden werden deren Eltern bzw. Obsorgende zu zwei Informationsveranstaltungen geladen. Der Grad der Traumatisierung wird vor der ersten und nach der letzten Einheit mittels eines erprobten psychologischen Tests erhoben (CRIES-Test) und damit der Erfolg des Programs laufend evaluiert. 

 

Trauma ist eine Hürde für Bildung und Integration

Die Erfahrungen von Krieg, Folter und Flucht sind für sehr viele Menschen traumatisierend. Posttraumatische Belastungsstörungen beeinträchtigen das alltägliche Leben massiv: Sie erschweren die Integration im Aufnahmeland und hemmen kindliche Entwicklung und Bildungschancen.

An Wiener Schulen wird das Programm in Absprache mit der Bildungsdirektion Wien durchgeführt. 

Unser Informationsblatt für Schulen: Datei downloaden (PDF)

 

Internationales Netzwerk

Das Konzept für "Kräfte stärken - Trauma bewältigen" wurde als "Teaching Recovery Techniques" Programm von der norwegischen Stiftung "Children and War" entwickelt. AFYA ist von der Stiftung zur Umsetzung in Österreich berechtigt und steht in Kooperation mit dem internationalen Fachnetzwerk rund um "Children and War".

Für Anfragen oder weiterführende Informationen zu unserem Schulungsprogramm wenden Sie sich an office@afya.at

  
 

Weiterführende Literatur

Sarkadi A., et al. (2017). Teaching Recovery Techniqes: evaluation of a group intervention for unaccompanied refugee minors with symptoms of PTSD in Sweden. European Child & Adolescent Psychiatry.

Barron I., Abdallah G., & Smith P. (2012). Randomized Control Trial of a CBT Trauma Recovery program in Palestinian schools. Journal of Loss and Trauma. 8:4, 306-321.

Barry M.M., et al. (2013). A systematic review of the effectiveness of mental health promotion interventions for yourng people in low and middle income countries. BMC Public Health, 13:835.

Kalantari, M., Yule, W., Dyregrov, A., Neshatdoost, H. & Ahmadi, S.J. (2012). Efficacy of Writing for Recovery on Traumatic Grief Symptoms of Afghani Refugee Bereaved Adolescents. OMEGA - Journal of Death and Dying, 65 (2), 139-150.

Perrin, S., Meiser-Stedmann, R., & Smith, P. (2005). The Children's Revised Impact of Event Scale (CRIES): Validity as a screening instrument for PTSD. Behavioural and Cognitive Therapy, 33 (4), 487-498.

Qouta, S., R., Palosaari, E., Diab, M. & Punamäki, R.L. (2012). Intervention effectiveness among war-afffected children: A cluster randomized controlled trial on improving mental health. Journal of Traumatic Stress, 25, 288-298.  

Yule, W., Dyregrov, A., Raundalen, M. & Smith, P.(2013). Children and War: Past and present. The work of the Children and War Foundation. European Journal of Psychotraumatology, 4: 18424.